Quitten zur Getränkeherstellung
Aus Quitten lassen sich wunderbare Getränke herstellen, die uns den ganzen Winter über mit ihrem grandiosen Aroma erfreuen. Das Schöne ist, dass man auch die Reste der Saftherstellung weiter verwendet und daraus Sirup und Mus machen kann.
Aber der Reihe nach. Als erstes gibt`s erst einmal
Quittensaft:
- Ca. 3 kg Quitten vom Flaum befreien (auch hier bietet sich der Glitzi-Schwamm wieder an) und waschen.
- Nun werden die Quitten geviertelt, Kerngehäuse und Fruchtansätze werden in einem großen Extratopf gesammelt, Fruchtfleisch mit Schale kommt in einen Entsafter.
- Wenn der Entsafter voll ist, gibt man 500 g Rohrohrzucker, und je nach Vorliebe eine Vanilleschote (ausgekratzt mit Mark und Schote), 2-3 Sternanis, 4-5 Nelken und/oder 1 Zimtstange hinzu. Manchmal wandern auch noch Rosmarinzweige oder 2-3 Kardamomkapseln hinein.
- Nun werden die Quitten entsaftet, nach dem Entsaften sollte man den gewonnen Saft noch einmal durchrühren, damit sich der Zucker gleichmäßig verteilt.
- Der Saft wird heiß in heiß gespülte, saubere Flaschen abgefüllt. Er schmeckt unglaublich gut und die Farbe hat sich in ein leichtes Rot gewandelt.
Quittensirup:
- Die Reste vom Quittenputzen (Kernhaus, Fruchtansatz) werden mit etwa 2 Liter Wasser aufgefüllt und 1 kg Sirupzucker (in Österreich erhältlich) oder Rohrohrzucker zugegeben.
- Als Gewürze eignen sich: Zimt, Sternanis (nicht zu viele), Nelken, Kardamom, Vanille.
- 1 Biozitrone schneidet man in Scheiben und gibt sie zur Flüssigkeit.
- Außerdem noch 2-4 Rosmarinzweige und ca. 1 cm Ingwer in Scheiben.
- Nun rührt man alles durch, gibt einen Deckel auf den Topf und lässt es bis zum nächsten Tag durchziehen. Zwischendurch rührt man öfter, um dem Zucker das Auflösen zu erleichtern.
- Am zweiten Tag kocht man den Sirup auf und wenn man Zeit hat, lässt man ihn noch einmal einen Tag stehen.
- Am dritten Tag werden die festen Bestandteile durch ein Tuch abgeseiht, die übrig bleibende Quitten-Gewürz-Masse fest ausgedrückt und danach dem Biomüll übergeben.
- Den Sirup kocht man sprudeln für etwa 3 Minuten auf und füllt ihn dann heiß in heiß gespülte, saubere Flaschen ab.
- Der Sirup wird vom Geschmack noch intensiver, wenn man ihn noch einige Wochen/Monate reifen lässt, er schmeckt aber auch frisch, wer nicht so lange warten möchte...
Quittenmus:
- Die Reste der Quittensaftherstellung (Fruchtfleisch, Schale, Gewürze) dreht man durch die Flotte Lotte.
- 500 g säuerliche Äpfel werden geschält und vom Kernhaus befreit (HAAALT, nicht wegwerfen, das gibt einen klasse Apfelessig! Oder gleich noch einmal Sirup herstellen? Dann siehe Rezept oben mit nur 1/2 Liter Wasser und 250 g Zucker...).
- Die Äpfel in einen Topf geben und mit 100 ml Weißwein und 150 ml Saft (Apfel-, Birnen-, Quittensaft...) köcheln lassen, bis die Äpfel beginnen zu zerfallen (wer keinen Wein mag, kann ihn durch Saft oder Wasser ersetzen).
- Nun wird das durchgedrehte Quittenmus zu den Äpfeln gegeben. Sollte das Mus zu "musig" sein, kann noch etwas Saft hinzu gegeben werden.
- Probieren, ob einem das Mus so schmeckt. Es kann bei Bedarf noch Zucker, Zimtpulver, Vanillepulver, Zitrone hinzu gegeben werden.
- Der Ofen wird auf 170°C vorgeheizt.
- Das noch warme oder auch kalte Mus füllt man in Twist-off Gläser (am besten wurden diese vorher sterilisiert), dabei lässt man oben in den Gläsern etwas Platz (1,5 bis 2 cm). In jedes Glas träufelt man auf das Mus etwas Zitronensaft und dann kommen die Gläser in eine rechteckige Ofenpfanne oder Auflaufform. Die Gläser sollten etwas Abstand zueinander haben.
- In die Auflaufform werden ca. 2,5 cm Wasser aufgefüllt und die Form in den heißen Ofen gegeben.
- Nun beobachtet man, ob Bläschen in den Musgläschen aufsteigen. Sobald das der Fall ist, schaltet man den Ofen aus und lässt die Gläser noch etwa 20-25 Minuten im Ofen stehen.
- Dann nimmt man die Gläser aus der Auflaufform und lässt sie vollständig abkühlen.
- Das Mus passt zu Kaiserschmarrn, Pfannkuchen, Kirschenmichl oder auch Quarkkeulchen aus Kartoffelteig.
- ACHTUNG: Es ist wenig Zucker im Rezept enthalten. Daher kann dieses Produkt schneller verderben als gekauftes Apfelmus!


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